Archiv für Januar 2008

Erzquell – Vorher oder nachher?

Mittwoch, 30. Januar 2008

Mit dem neuen Slogan “Erzquell Pils – Dieses Bier sollten Sie sich durch den Kopf gehen lassen” wirbt seit einiger Zeit ein lokaler Bierbrauer in Radiospots und auf Plakatwänden für sein Produkt.

Als ich diesen Slogan das erste mal lesen durfte – es war auf einer Plakatwand – ging mir auch etwas durch den Kopf, nämlich die Frage wie ich diese Aufforderung zu verstehen habe. Möchte der Bierproduzent das ich dem freundlichen Hinweis «Dieses Bier sollten Sie sich durch den Kopf gehen lassen» während des Trinkens oder beim anschließenden Kater Folge leiste? Werden mit diesem Spruch nur starke Konsumenten des Gebräus angesprochen? Oder möchte man mit diesem netten Wortspiel auf die mangelhafte Qualität des eigenen Produktes hinweisen?

Wiedermal frage ich mich wer für solch dreideutigen Unsinn verantwortlich ist? Entstand der Slogan aus der Bierlaune einer lustigen Stammtischrunde heraus? Hat sich vielleicht die Sekretärin des Unternehmens diesen witzigen Spruch einfallen lassen? Würde einer der Fälle zutreffen wäre das schon schlimm genug – katastrophal und peinlich wäre es hingegen, würde dieses Wortgespinnst der Feder einer Werbeagentur entsprungen sein. Und schon tut sich eine weitere Frage auf: Wer hat diesen Slogan abgesegnet, sein Okay für die Verwendung in Werbemaßnahmen gegeben? Man sollte doch meinen das man als Unternehmer immer darauf bedacht ist, seinen Produkten und damit dem Unternehmen selbst, dass bestmögliche Image zu geben. Im Fall Erzquell Brauerei wurde dieses Ziel, meiner Meinung nach, gründlich verfehlt. Eines wurde mit dem neuen Slogan allerdings erreicht: Man lässt ihn sich durch den Kopf gehen; also vielleicht doch ein Erfolg auf ganzer Linie?

Edit (09. März 2008): Wie ich vor wenigen Tagen feststellen durfte, hat Erzquell seinen Werbespruch geringfügig verändert. Nun heißt es: “Dieses Angebot sollten Sie sich durch den Kopf gehen lassen.”. Woher der Antrieb für diesen Schritt wohl stammt?

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«The next Uri Geller» – Gefahr für die deutsche Jugend?

Mittwoch, 23. Januar 2008

Uri Geller ist zurück! Ach, wäre er doch besser weg geblieben.

Diese “tolle” Zaubershow unter dem Deckmantel der Übersinnlichkeit hätte Pro7 doch besser in der Schublade gelassen. In der gestrigen Show präsentierten das “Medium” Vivian und ihr Partner Olaf russisches Roulett mit vier Revolvern, von denen einer geladen sein sollte. Durch ihre medialen Fähigkeiten konnte Vivian vorhersagen welcher Revolver nicht geladen ist und konnte so gefahrlos auf sich “schießen” lassen. Welche Folgen ein scheitern des Tricks nach sich gezogen hätte, wurde natürlich am Ende demonstriert. Der letzte, also der geladene Revolver wurde auf eine Glasscheibe abgefeuert.

Macht sich beim Fernsehsender Pro7 eigentlich niemand Gedanken um den Jugendschutz? Meine Befürchtung am heuten Morgen die BILD-Schlagzeile “12-jähriger erschoß seinen Bruder nach Esotherikshow” wurde glücklicherweise nicht bestätigt.

Regelmäßig wird sich in den Medien über die Gefahren diverser Computerspiele ausgelassen, über die Gefahren eines solch makaberen Zaubertricks spricht anscheinend niemand.

Armes Pro7 – armes Deutschland !

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Wenn dir das Web 2.0 zuviel wird

Mittwoch, 09. Januar 2008

Du bist auch Mitglied in vielen unterschiedlichen Socialnetworks? Du musst auch täglich deine Kontakte pflegen und neue knüpfen, Nachrichten beantworten, auf Forenbeiträge antworten, Bilder hochladen, dich in neuen Gruppen anmelden, Nachrichten auf Pinnwänden hinterlassen, deine Benutzerprofile auf dem neuesten Stand halten und deinen Weblog pflegen? Damit könnte jetzt Schluß sein! Interessiert? Dann geh’ sofort und ohne Umwege auf diese Seite und entspanne. Leichter kann Web 2.0 nicht sein.
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Komma, Punkt und Co. oder der Untergang der Interpunktion

Dienstag, 08. Januar 2008

Seit nunmehr gut einem Jahr verbringe ich meine Freizeit mit dem Lesen von Weblogs. Meist ist dies eine sehr informative und belustigende Sache; oder einfach nur Entspannung um den grauen Zellen eine Auszeit zu gönnen.

Dabei muss ich mit großer Sorge immer häufiger feststellen, dass es mit der deutschen Sprache, und ganz besonders mit der Interpunktion, bergab geht. Während “professionelle” Blogs noch überdurchschnittlich gut wegkommen, sieht es bei den kleinen, privaten Blogs deutlich dramatischer aus. Das der Rechtschreibung im Internet wenig Beachtung geschenkt wird, ist mittlerweile normal. Das die Grammatik oft sehr zu leiden hat, auch daran hat man sich fast schon gewöhnt. Beide Entwicklungen sind zwar beängstigend, beeinflussen das “Lesevergnügen” aber nur peripher.

Viel gravierender wirkt sich die fehlende Interpunktion auf den Lesefluss aus. Das vom Semikolon – auch Strichpunkt genannt – kein oder nur wenig Gebrauch gemacht wird, gehört mittlerweile zum Alltag. Dies ist zwar schade, scheint aber eine schrift-sprachliche Entwicklung zu sein.

Immer öfter ist festzustellen das auch auf Satzzeichen wie Punkt und Komma verzichtet wird. Sind manche Autoren zu faul diese beiden Satzzeichen anzuwenden oder einfach nur dumm? Hat man Ihnen nie erklärt was es mit Punkt und Komma auf sich hat? Wird die Existenz des kleinen Häkchens und des fast unscheinbaren Punktes heutzutage nicht mehr an deutschen Schulen erwähnt? Wird auf die Unterrichtung in der Anwendung dieser Satzzeichen ganz und gar verzichtet?

Die Verschmähung von Satzzeichen scheint extrem schnell aus Internetforen, Chatplattformen, Gästebüchern und ähnlichen Bereichen des WWW auf andere herüber zu schwappen: In die Weblogs. Sicher ist die Interpunktion bei Blogs mit so genanntem “Katzencontent”, deren Leserschaft aus einer Hand voll Leuten besteht, nicht ganz so wichtig. Sollte meiner Meinung nach aber wenigstens ansatzweise berücksichtigt werden.

Ich bin sicher der Letzten der perfekt ausformulierte Sätze, grammatikalische Höchstleistungen und 101% Interpunktion erwartet. Auch ich mache da meine Fehler und beherrsche die Punkt- und Kommaregeln nicht aus dem ff. Allerdings glaube ich behaupten zu können, dass sich meine Texte leicht und flüssig lesen lassen. Also darf ich doch auch erwarten das sich andere die Mühe machen und ihre Sätze mit einem Punkt beenden, Nebensätze durch Kommata trennen und vielleicht hin und wieder mal einen Absatz einbringen. Oder verlange ich da womöglich zuviel?

Weiterführende Information: Interpunktion bei Wikipedia

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