Komma, Punkt und Co. oder der Untergang der Interpunktion

Seit nunmehr gut einem Jahr verbringe ich meine Freizeit mit dem Lesen von Weblogs. Meist ist dies eine sehr informative und belustigende Sache; oder einfach nur Entspannung um den grauen Zellen eine Auszeit zu gönnen.

Dabei muss ich mit großer Sorge immer häufiger feststellen, dass es mit der deutschen Sprache, und ganz besonders mit der Interpunktion, bergab geht. Während “professionelle” Blogs noch überdurchschnittlich gut wegkommen, sieht es bei den kleinen, privaten Blogs deutlich dramatischer aus. Das der Rechtschreibung im Internet wenig Beachtung geschenkt wird, ist mittlerweile normal. Das die Grammatik oft sehr zu leiden hat, auch daran hat man sich fast schon gewöhnt. Beide Entwicklungen sind zwar beängstigend, beeinflussen das “Lesevergnügen” aber nur peripher.

Viel gravierender wirkt sich die fehlende Interpunktion auf den Lesefluss aus. Das vom Semikolon – auch Strichpunkt genannt – kein oder nur wenig Gebrauch gemacht wird, gehört mittlerweile zum Alltag. Dies ist zwar schade, scheint aber eine schrift-sprachliche Entwicklung zu sein.

Immer öfter ist festzustellen das auch auf Satzzeichen wie Punkt und Komma verzichtet wird. Sind manche Autoren zu faul diese beiden Satzzeichen anzuwenden oder einfach nur dumm? Hat man Ihnen nie erklärt was es mit Punkt und Komma auf sich hat? Wird die Existenz des kleinen Häkchens und des fast unscheinbaren Punktes heutzutage nicht mehr an deutschen Schulen erwähnt? Wird auf die Unterrichtung in der Anwendung dieser Satzzeichen ganz und gar verzichtet?

Die Verschmähung von Satzzeichen scheint extrem schnell aus Internetforen, Chatplattformen, Gästebüchern und ähnlichen Bereichen des WWW auf andere herüber zu schwappen: In die Weblogs. Sicher ist die Interpunktion bei Blogs mit so genanntem “Katzencontent”, deren Leserschaft aus einer Hand voll Leuten besteht, nicht ganz so wichtig. Sollte meiner Meinung nach aber wenigstens ansatzweise berücksichtigt werden.

Ich bin sicher der Letzten der perfekt ausformulierte Sätze, grammatikalische Höchstleistungen und 101% Interpunktion erwartet. Auch ich mache da meine Fehler und beherrsche die Punkt- und Kommaregeln nicht aus dem ff. Allerdings glaube ich behaupten zu können, dass sich meine Texte leicht und flüssig lesen lassen. Also darf ich doch auch erwarten das sich andere die Mühe machen und ihre Sätze mit einem Punkt beenden, Nebensätze durch Kommata trennen und vielleicht hin und wieder mal einen Absatz einbringen. Oder verlange ich da womöglich zuviel?

Weiterführende Information: Interpunktion bei Wikipedia

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 08. Januar 2008 veröffentlicht und wurde unter Social-Network, Web, Web 2.0 abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesem Beitrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten. Tags: , , ,

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