What the hell is Twitterlesung?
Über den Sinn und Unsinn von Twitter lässt sich vortrefflich streiten. Meine Meinung zu Twitter ist eindeutig: Über Twitter werden permanent weniger wichtige, unwichtige und absolut unwichtige Nachrichten verschickt. Die geistigen Ergüsse der meisten Twitterer zu lesen grenzt schon fast an Körperverletzung. Daher kann ich auch nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die sich den ganzen Tag auf der Twitterplattform aufhalten können.
Mir noch unverständlicher ist die heutige Meldung darüber, dass in Hamburg eine »Twitterlesung« stattfinden soll. Was ist eine Twitterlesung? Es kann doch nicht sein das es wirklich Leute gibt die auf einer Veranstaltung Tweets vortragen? Oder solche die sich diese anhören? Doch es kann sein! Eine solche Veranstaltung gibt es wirklich – und das nicht zum ersten mal.
Mich würde interessieren welcher Typus Mensch an einer Twitterlesung teil nimmt – egal ob er als Vortragender oder Zuhörer auftritt. Oder sind es gar zwei verschiedene Typen?
Wie wollen sie eine Twitterlesung verstehen, wenn sie Twitter selbst nicht verstehen? Vielleicht liegt es daran, dass sie sich selbst als spießig bezeichnen und sich dadurch von vorne herein nicht auf das Thema einlassen wollen.
Ich gehe davon aus, dass sie sich das Video der zweiten Twitterlesung angesehen haben. Falls nicht sollten sie das nachholen. Dann schauen sie sich eine normale Lesung an. Sie werde die Unterschiede erkennen. Es geht bei der Twitterlesung auch um den Spaß an der Sache und nicht bloß um die Worte selbst.
Wenn ich ihren Blog durchschaue, wäre es vielleicht besser ihn einzustampfen und nur zu twittern. Vielleicht verstehen sie dann auch Twitter.
@Looka:
Ich bin im Besitz eines Twitter-Accounts und habe durchaus versucht diese Plattform zu nutzen, musste aber feststellen das mir Twitter nichts Interessantes zu bieten hat … Twitter ist langweilig. Die wenigen “Perlen” die bei Twitter zu finden sind gehen im reißenden Twitter-Strom unter (oder landen bei Twitkrit). Und die wenigen Twitterer die witziges, erhebendes, emotionales oder lakonisches (wie es auf Twitkrit.de so schön heißt) in die Tweet-Suppe werfen, scheinen doch eher Mitglieder einer kleinen elitären Gruppe zu sein die sich vom übrigen Twitterstrom abnabeln und lieber untereinander klüngeln.
Der Rest sind Tweets mit Inhalten über die aktuelle Wetterlage, die täglichen Mahlzeiten, Partybekanntschaften, Auswahl des Tagesoutfits, oder ähnlichem Unsinn (Beispiel: http://www.twitkrit.de/2009/01/21/knmsch-twttrn/). – warum sollte ich mich auf solch belanglose “Nachrichten” einlassen wollen?
Ja, das Video habe ich mir angesehen. Die ersten Minuten waren amüsant, doch dann verliert die Sache sehr schnell ihren Reiz. Ein Tweet-Witz jagt den Nächsten. Das ganze verpackt in dem Versuch einen roten Faden erkennen zu lassen der von Tweet zu Tweet führt und die “Geschichte” irgendwie voran treiben soll. Das Ganze wirkt improvisiert und ist schlecht vorgetragen.
Es soll sich jeder an Tweets erfreuen die es seiner Meinung nach wert sind. So wie es die Twitkrit-Website macht, hat es in meinen Augen mehr Sinn (um vielleicht doch noch etwas Gutes zum Thema Twitter zu sagen): Einzelne Tweets die ausführlich kommentiert, seziert und humorvoll aufbereitet werden (Beispiel: http://www.twitkrit.de/2009/01/22/rezeptfrei/). Warum belässt man es nicht dabei und nutzt ein ausführliches Medium weiter, statt die gleichen, nur bis ins Extrem gekürzten, Inhalte in eine Lesung zu pressen?
Mir erschließt sich einfach nicht der Sinn in einer Twitterlesung.