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«T» wie Terror oder “Das große T vergisst dich nicht”

Mittwoch, 23. April 2008

1995 begann ich meine Ausbildung. Endlich das erste eigene Geld verdienen und sich Dinge leisten können die vorher nicht drin waren. Mein erstes, vom selbst verdienten Geld bezahltes, Luxusgut war ein eigener Telefonanschluss nebst Internetzugang in meinem damaligen Jugendzimmer. Da 1995 die Auswahl an ISP noch recht gering war, fiel die Wahl natürlich auf das einzige in unserer Gegend verfügbare Unternehmen: die deutsche Telekom. Ein eigener T-Online Anschluss. “Hallo große weite Internetwelt, da bin ich mit meinem analogen Internetzugang und eigener T-Online E-Mail-Adresse!” Und da blieb ich bis heute, zumindest in den Augen der Telekom.

Viele Jahre war ich gezwungen die analogen Dienste des rosa Riesen in Anspruch zu nehmen, bis 2001 der Umzug in die nächste größere Stadt – in die eigene Bude – und damit der Einzug in die digitale Welt des Internet stattfand: In Form meines ersten ISDN-Anschlusses. Der alte analoge Anschluss wurde gekündigt.

Zwar war ich jetzt noch immer Kunde des rosa Riesen, doch wenigstens auf dem aktuellen Stand der Technik – der in der Ecke in der ich wohnte nunmal aus einem T-ISDN-Anschluss bestand.

Jahre vergingen und irgendwann hatte es die Telekom dann auch mal geschafft in meinem Verteilergebiet DSL zu realisieren. Ach, wie groß war die Freude über die Möglichkeit jetzt endlich mit High-Speed ins WWW zu können. Ein DSL-Anschluss war schnell geordert; doch ich war böse und bestellt nicht direkt beim großen T sondern bei einem Drittanbieter. Zwar kann Mutter Telekom an diesem Anschluss mitverdienen, doch sie verlor einen potentiellen DSL Kunden. Ob sie’s mir böse genommen hat? Diese Frage wird erst später zu einer Antwort finden.

So vergehen also wieder ein paar Jahre (diesmal sind es nicht ganz soviele) und ich entschließe mich 2007 in meine Geburtsstadt zurückzukehren. Da ich natürlich auch hier online sein will, wird als erstes ein neuer Telefonanschluss bestellt und das ganz brav bei Mutter T. Doch muss sie nach wie vor auf mich als DSL Kunden verzichten, denn die Konkurenz ist billiger und befriedigt mich mit gutem Service.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2008 und wir erinnern uns, vor nun mehr 13 Jahren kam ich zum ersten Mal mit dem T-Virus in Kontakt und muss heute feststellen das er mich komplett infiziert hat; ich wurde ihn nicht los.

Ein “Service” von Mutter T oder T-Home wie sie sich heute vertrauenserweckend nennt ist die Möglichkeit die Einstellungen des eigenen Telefonanschlusses online vorzunehmen. “Mein T-Home” nennt sich dieser tolle Dienst. Doch möchte man versuchen sich für diesen Dienst zu registrieren verlangt Mutter T die Preisgabe viele intimer Details: Die eigene Rufnummer möchte sie wissen. Gut kann sie haben. Die Kundennummer. Also gut, ich schaue mal auf meiner letzten Telefonrechnung nach. Ok, da ist sie. Die Nummer meines Buchungskontos. Ah, steht auch auf meiner Telefonrechnung. Gut, das war’s dann wohl?! Super, ich bin registriert. Dann mal schnell auf den Menüpunkt “Anschlusseinstellungen” geklickt und die gewünschten Änderungen vorgenommen … doch halt. Schon wieder ein Login-Dialog? Ich dachte ich hätte mich gerade registriert und angemeldt?! Jetzt möchte Mutter T meinen Zugang umstellen. Wieso umstellen? Steht er denn da wo er ist nicht richtig? Um die Umstellung durchführen zu können, soll ich jetzt meine T-Online E-Mail-Adresse oder meine Anschlusskennung eingeben. T-Online E-Mail-Adresse? Die nutze ich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Mal nachdenken. Ah, ich erinnere mich. Jetzt noch das zugehörige Passwort. F**k. Wie soll ich mich denn noch an dieses Passwort erinnern? Also nochmal zurück das Ganze. Vielleicht lässt sich die Umstellung ja umgehen. Einfach mal ausloggen und erneut anmelden. Ein Klick auf “Anschlusseinstellungen” und … verdammt, ich weiß das E-Mail-Passwort nicht mehr. Doch Mutter T will mir helfen. “Du hast dein Passwort vergessen?” Na klar! “Dann klick doch mal hier!” Erleichtert und hoffnungsvoll klicke ich den Link der mir die Lösung meines Problems verheißt. Jetzt legt sich Mutter T erst richtig ins Zeug: Zugangsdaten für einen T-Online-Anschluss der schon seit vielen Jahren nicht mehr existiert soll ich eingeben. Frustriert gebe ich auf. Bleibt der Telefonanschluss halt so wie er ist.

Das große T vergisst dich halt nicht und verzeiht auch nicht. Ich aber auch nicht. In Kürze wechsel ich komplett zur Konkurenz. Wollen wir doch mal sehen wessen T größer ist.

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